Krieg und Quick Commerce – Einrichtungsbranche vor dem Umbruch?

Quelle: depositphotos.com

Erst Umsatzeinbrüche durch die Corona-Krise, jetzt stehen der Einrichtungsbranche erneut tiefgreifende Veränderungen bevor. Wir beleuchten, auf welche strukturellen Veränderungen die Möbelwelt zusteuert und wie sich diese auf Händler und Konsumenten auswirken könnte.

Welche Veränderungen die Einrichtungsbranche umwälzen werden

Die Einrichtungsbranche ist wie so manch andere auch Veränderungen ausgesetzt, die sie grundlegend verändern werden. Einige der Veränderungen gehen auf erschwerte wirtschaftliche Bedingungen zurück. Diese ergaben sich aus einem Zusammenwirken mehrer Faktoren wie der erschwerten Handelsbedingungen in den Coronajahren, erhöhten Rohstoffpreisen und gestörten Lieferketten, mitunter ausgelöst durch eine Blockade des Suezkanals. Der Krieg in der Ukraine verstärkte diese Probleme abermals. Eine Verlagerung von der physischen Filiale ins Digitale und steigende Endpreise waren nur einige der Auswirkungen. Eine andere sich im Vergleich dazu eher schleichende Entwicklung wurde allerdings lange außer Acht gelassen: die Veränderung der Gesellschaft und damit die des Konsumenten.

Quelle: unsplash.com

Wie unsere Erwartungshaltung beim Shoppen ändert

Es ist eine Entwicklung, die bereits vor den Coronajahren einsetzte und auch erkennbar war, sich durch sie allerdings beschleunigte. Man sie als eine neue Phase des Digitalisierung verstehen, innerhalb Beschleunigung von Prozessen zu einer drastisch erhöhten Verfügbarkeitseffizienz führten.

Diese drückten sich im Handel vot allem in Form des Quick Commerce aus und führten unter den Konsumenten zu einer neuen Haltung. Der Aufstieg von Unternehmen wie Gorillas und Co. zeugen davon. Die erwartete Zeitspanne vom Wunsch des Konsumenten bis zur Erfüllung des Wunschs, dem Produkterhalt, verkürzt sich. Gleichzeitig vermindert sich der Aufwand, den der Konsument bereit ist zu betreiben, um sich seinen Kaufwunsch zu erfüllen. Leicht, unkompliziert und schnell soll es gehen.

Quelle: unsplash.com

Wie unser Konsumverhalten die Einrichtungsbranche beeinflusst

Das hat Veränderungen im Kaufverhalten zur Folge: Der Konsument scheut weite Wege und lange Wartezeit. Gerade Letzteres ist unter den aktuellen Bedingungen und eingeschränkter Verfügbarkeit ganzer Produktreihen problematisch. Aber auch weite Wege sind für die großen Möbelhändler ein Grund zur Sorge. Jahrelang galt die Devise, dass das Kaufen von Möbeln und das Einkaufserlebnis in großen Filialen wie der IKEAs oder Höffners den Konsumenten den Weg wert war. Das hatte zur Folge, dass es wenige, dafür aber große Möbelkaufhäuser gab. Das könnte sich nun ändern. Bis an den Stadtrand oder in die nächste Stadt zu fahren, ist unter Umständen für den Konsumenten ein zu großer Aufwand. Er wünscht sich ein schneller und leichter zugängliches Shoppingvergnügen oder einen schnellen Lieferdienst.

Quelle: unsplash.com

So reagieren IKEA und Co.

Werden Möbelgranden wie IKEA pleitegehen? Wohl eher nicht. Gerade dem Branchenprimus wird eher ein Zuwachs an Marktanteil prognostiziert. Das liegt unter anderem an der Bekanntheit der Marke, sicherlich aber auch an ihren Möglichkeiten, auf die veränderte Marktlage zu reagieren. Manche Unternehmen wie OBI haben bereits auf die Entwicklung reagiert und versuchen eigene Quick Commerce Angebote aufzubauen. Andere wie IKEA setzen neuerdings auf kleinere Showrooms in den Innenstädten. Ihre Größe und Finanzkraft gibt ihnen die Möglichkeit, auf das veränderte Kaufverhalten zu reagieren und einzugehen. Während sich Situation kleiner Boutiquen durch ihre Lage in den Innenstädten sich etwas bessern könnte, dürften gerade Betriebe mittlerer Größe vor einer großen Herausforderung stehen.

Zweierlei könnte sich für den Konsumenten zum Positiven ändern: Wir dürfen wieder auf mehr Möbelshops in der Nähe hoffen und werden gleichzeitig noch mehr Produkte online bestellen können, ohne sie selbst abholen zu müssen. Leider ist diese Entwicklung nicht ausschließlich erfreulich: Insolvenzen sind abzusehen und ein Teil des Angebots im mittleren Preissegment wird wegfallen, die Auswahl für uns, den Konsumenten, geringer. Durch einen Wegfall eines Teils der Konkurrenz sinkt auch der Preisdruck auf die Restlichen, was erhöhte Möbelpreise auch in niedrigeren Preissegmenten nach sich ziehen könnte. Wird es so kommen? Was denkst du?

IKEA räumt dein Wohnzimmer leer – das kann IKEA Kreativ



LETZTES UPDATE: 9.August 2022 von
KATEGORIE: