»Gutes Design bringt uns zum Lächeln«

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Wir sind ein Magazin für Einrichtung und Design. Von unserem Interesse und unserer Leidenschaft für schöne Dinge getrieben, berichten wir über Dekor, Möbel, Farben, Einrichtungsstile und Architektur. Stets nehmen wir dabei die Perspektive des Interpretierenden ein, der einordnet, Verbindungen herstellt – einfach gesagt, Kontexte herstellt.

 

Heute geben wir den Startschuss für eine neue Serie, in der wir versuchen, den Blickwinkel derjenigen zu ergründen, deren Gestaltungsvisionen unsere Umgebung bestimmen. Im Interview wollen wir euch Designer, Architekten und Künstler vorstellen und sie fragen, wie das entsteht, was wir bewundern und lieben. Wie entsteht etwas scheinbar aus dem Nichts? Woher kommt die Idee und welche Weltsicht steckt hinter dem künstlerischen Schaffensprozess? Hier erfahrt ihr, welche Leute unsere Welt gestalten. Bühne frei für …

 

Als Vorschauhäppchen beziehungsweise Teaser haben wir ein fiktives Interview mit einer nicht ganz so fiktiven Interior-Designerin entworfen, das unsere Vorstellung dieser Art des kreativen Arbeitens widerspiegelt – Vorurteile inbegriffen. Los gehts!

 

Für unser erstes Mock-Interview haben wir uns eine Interior-Designerin aus Brandenburg ausgespäht, deren Entwürfe uns begeistern und der wir ein paar Worte in den Mund gelegt haben. Ob unsere Interpretation ihrer Arbeit wohl an die Realität heranreicht?

 

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Wohnbereich_Übersicht Interview Kathy Kunz

Quelle: kathykunzinteriors.de

Frau Kunz, was ist für sie gutes Design?

„Gutes Design schafft es insgeheim, uns lächeln oder so etwas wie Freude ob der Schönheit der Welt verspüren zu lassen. Ähnlich eines Gegenübers, dessen Lächeln auch in uns ein Lächeln evoziert, empfinde ich klares, offenes Design mit verschmitzten Details als das Lächeln der Einrichtung. Wenn wir lächeln, fühlen wir uns wohl. Lächeln ist ein Zeichen von Entspannung. Wenn dich ein Design innerlich zum Lächeln bringt, kann es so schlecht nicht sein. Oft merken wir gar nicht, was uns umgibt, aber wir fühlen uns friedlich und frei. Für mich ist ein Design dann gelungen, wenn kleine, freundliche und verspielte Details uns mit unserer kindlichen Seite in Berührung bringen.“

 

Ist für Sie der Schaffensprozess ein individueller Akt oder sehen Sie sich im Kontext mit anderen Kreativen?

„Definitiv Letzteres. Kreativität begegnet uns überall. Jeder von uns ist kreativ und hat mit seinen Ideen Einfluss darauf, welche Szenarien in meinem Kopf entstehen. Mit meinen Kolleginnen, die mir ab und zu die Machbarkeitsgrenzen vor Augen halten müssen, finde ich in der gemeinsamen Kommunikation Lösungen für natürlich Hürden. Alles Zwischenmenschliche, das mich umgibt und mich berührt, hat Einfluss auf mich als Person, meine Gedanken und damit auch auf meine Entwürfe.“

 

Wo finden Sie Anregungen für Ihre Entwürfe?

„Ich finde meine Anregung vor allem in meinem kindlichen Ich, das sich mit Malkreide, Pinsel und Zeichenstift versuchte, die Welt zu erklären und zu gestalten. Man muss sich selbst und seinen Gefühlen sehr nahekommen, um das in Form und Farbe zu übersetzen, was berührt oder begeistert. Eine innere Offenheit und Neugier sind die Voraussetzung dafür. Sie helfen auch dabei, kleine Dinge aus der Umwelt wahrzunehmen, deren Schönheit sich erst auf den zweiten Blick erschließt.“

 

Welche Rolle spielen Farben für Sie? Was ist ihre Lieblingsfarbe und warum?

„Farben sorgen untereinander für ein Zusammenspiel, das einem Dialog oder einer Diskussion gleichkommt. Eine gelungene Mischung zwischen Harmonie und Spannung lässt einfacher als mit Formen über die Farbe generieren. Ich liebe Pastellfarben, schwärme für Beige und Sandfarben, sehe sie aber nie unabhängig von knalligeren und gedeckteren Farben.“

 

Mit was für einem Auftrag könnte man Ihnen eine Freude machen?

„Ich finde es spannend, das Interieur für einen Haushalt zu entwerfen, in dem mehrere Generationen unter einem Dach leben. Wie funktioniert die moderne Familie, welche Umgebung wird Alt und Jung gleichermaßen gerecht. Der Spagat zwischen Seriosität und Albernheit hat einen großen Reiz.“

 

Was beeinflusst Ihre Wahl des Materials?

„Das Material muss einerseits dem Gebrauchszweck und andererseits der Atmosphäre des Raums gerecht werden. Ein Beispiel: Stühle im Kinderzimmer sollten nicht mit Wildleder überzogen sein, leicht sein und sich trotzdem gut auf der Haut anspüren. Im Kinderzimmer muss es nicht gediegen oder seriös zugehen. Also setze ich hier auf leichtes Verbundholz oder hochwertiges Plastik.“

 

Woher wissen sie, wann ihr Design fertig ist?

Wenn ich ruhig schlafen kann und der Ideenfluss abnimmt, ohne Unwohlsein zu erzeugen. Dann lege ich den sprichwörtlichen Stift beiseite und trinke ein Glas Sekt.



LETZTES UPDATE: 2.Juli 2021 von