Ikea schließt alle Filialen – und will verkaufen

Quelle: depositphotos.com

Die Nachricht kam wenig überraschend und reichlich spät: Ikea schließt alle Filialen – zunächst vorübergehend, wie mittlerweile bekannt wurde, dauerhaft. Mit fast 40 Milliarden Euro Umsatz ist Ikea unangefochten der größte Möbelhändler der Welt. Über 400 Filialen weltweit zeichnen ein eindrucksvolles Bild der schieren Größe des schwedischen Möbelkonzerns. Dank zahlreicher Memes ist Ikea dort angekommen, wovon andere Unternehmen nur zu Träumen wagen: Mitten in der Popkultur. Viele von uns haben bei Ikea ihre ersten erschwinglichen Möbel gekauft. Dank Ikea sind so einfache wie zeitlose Designs, wie zum Beispiel der Kyrre-Hocker oder das Billy Regal zu Klassikern avanciert. Für einzelne Stücke bestimmter Designer werden heute hohe Liebhaberpreise aufgerufen. Trotz Ikeas hohem Marktanteil ist der Umsatz in den letzten Jahren nicht kontinuierlich gestiegen. Neue Märkte werden weiter erschlossen. Der aussichtsreichste: Russland. Auch in strategischer Hinsicht dürfte die politische Entwicklung für Ikeas Geschäft deshalb ein schwerer Schlag gewesen sein.

 

Der Ukraine-Krieg und seine Folgen

Dann kam alles anders: Am 24. Februar 2022 fiel Russland in die Ukraine ein. Der nunmehr seit über zwei Wochen andauernde Krieg ist der wahrscheinlich größte seit dem zweiten Weltkrieg. Die als Reaktion von vielen Staaten veranlassten Sanktionen gegen Russland schränkten unter anderem den Zahlungsverkehr ein. Einige der weltgrößten Unternehmen, unter ihnen Apple, Amazon und eben auch Ikea, schränken ihren Betrieb ein oder geben ihn völlig auf.

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Warum Ikea jetzt schließt

Die Gründe reichen von erschwertem Handel in dem wirtschaftlich gebeutelten Land über notwendige Umsetzungen der Sanktionsmaßnahmen bis hin zu Protestbekundungen. Im Fall von Ikea dürften wahrscheinlich vor allem erschwerte Handelsbedingungen ausschlaggebend, der Cost of doing Business zu hoch gewesen sein. Tatsächlich spendet IKEA aber auch 20 Millionen Euro für humanitäre Hilfeleistungen für von den Kampfhandlungen Verdrängte und weitere 10 Millionen in Sachspenden an verschiedene Hilfsorganisationen. Auch die zugehörige Ingka Gruppe beteiligt sich mit weiteren 10 Millionen Euro an Sach- und anderen Hilfeleistungen.

In den einzelnen Filialen hat das vor der zunächst vorübergehenden Schließung noch einen regelrechten Kaufrausch entfacht, berichtet RTL. Tatsächlich ist nicht nur Russland, sondern auch das benachbarte, mit Russland paktierende Weißrussland betroffen. Die Entscheidung betrifft 15000 Mitarbeiter und 17 Filialen.

##UPDATE## Ikea schließt Filialen dauerhaft

In einem weiteren Schritt hat Ikea nun beschlossen, sein Geschäft in Russland und Weißrussland ob der unveränderten politischen Lage weiter einzuschränken. Dazu gehören mittlerweile nicht nur die Filialen, die geschlossen bleiben sollen und deren Belegschaft eingeschränkt werden sollen, sondern auch vier Ikea-eigene Industriefabriken. Als weiteres Ziel gibt Ikea an, sowohl Filialen als auch ihre Fabriken veräußern zu wollen.

 

Werden Ikea-Produkte in Deutschland jetzt teurer?

Auch für Deutschland könnte Ikeas Entscheidung Folgen haben, da neben der vorübergehenden Schließung der Filialen auch Exporte betroffen sind. So könnten beispielsweise mögliche Holzlieferungen ausfallen. Welche Auswirkungen das auf die zukünftige Preispolitik haben wird, bleibt abzuwarten. Tatsächlich sind unabhängig vom Krieg und seinen Folgen bereits Preissteigerungen beschlossen worden, wie du hier nachlesen kannst. Wir sind dennoch zuversichtlich, dass der Betrieb in Deutschland zumindest kurzfristig keine gravierenden Folgen zu erwarten hat.

 

Quellen und weiterführende Links: ikea.com, ikea.com, rtl.de, oe24.at

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LETZTES UPDATE: 24.November 2022 von
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