Nachhaltigkeit in der Küche

Gläser für Nachhaltigkeit in der Küche

Nachhaltigkeit in der Küche spielt eine immer größere Rolle. Denn je schonender wir mit unseren Ressourcen umgehen, desto länger halten wir unsere Erde gesund. Was wie ein Trend begann ist mittlerweile in vielen Familien fester Bestandteil des Lebens. Wir achten auf Nachhaltigkeit bei unseren Fortbewegungsmitteln, unserer Kosmetik und auch bei Lebensmitteln und Materialien in der Küche.

Die gute Nachricht: Wir müssen für eine nachhaltige Küche das Rad nicht neu erfinden, denn die Generationen vor uns haben bereits die wichtigsten Entdeckungen gemacht. Wir zeigen dir, wie du deine Küche in kleinen Schritten immer nachhaltiger werden lässt und worauf du bei Neuanschaffungen achten solltest.

 

Worauf sollte ich im Alltag für eine nachhaltige Küche achten?

Nachhaltigkeit in der Küche lässt sich vielfältig umsetzen. Denn der Alltag ist voller kleiner Gelegenheiten, nachhaltig zu leben. Das fängt bei dem einfachen Einkauf an und endet bei der Einrichtung der Küche.

Kaufe ressourcensparend ein

In Deutschland werden pro Tag mehr als 45 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht. Diese enormen Tonnen an Müll landen zum Großteil in den Meeren. Um das zu vermeiden, kaufe Mehrweg statt Einweg, beispielsweise bei Getränken und Joghurtgläsern. Meide in Supermärkten in Plastik verpacktes Obst und Gemüse wie Mohrrüben oder Äpfel und wähle stattdessen die lose Alternative. Häufig sparst du damit nicht nur Plastik ein, sondern auch Geld, da du genau die Menge kaufst, die du wirklich benötigst. Auch Wochenmärkte und Unverpacktläden sind hierfür eine gute Gelegenheit.

In einigen großen Städten werden immer mehr dieser so genannten „Unverpacktläden“ eröffnet, wie der Original Unverpackt von Milena Glimbovski in Berlin. Hier bringst du deine Netze, Beutel und Aufbewahrungsgläser mit und füllst Obst und Gemüse, aber auch Mehl, Zucker und Reis in deine eigenen Gläser. Das spart enorm viel Verpackungsmüll. Findest du in deiner Gegend keinen der Unverpacktläden, kaufe stattdessen regional und saisonal, um lange Transportwege zu vermeiden.

Achte immer darauf, einen wiederverwendbaren Stoffbeutel in der Tasche zu tragen. Denn so musst du aus Verlegenheit auch bei Spontaneinkäufen nicht auf einen neuen Beutel zurückgreifen. Noch sind die kleinen Plastiktüten für Obst und Gemüse in Deutschland (leider) nicht verboten. Doch es vermehren sich immer häufiger Angebote für wiederverwendbare kleine Gemüsenetze, die du dann für deine wöchentlichen Einkäufe nutzen kannst.

Gemüsebeutel für Nachhaltigkeit in der Küche

Nachhaltige Küchenhelfer

Auch bei der Wahl der Küchenbehälter und anderen Küchenhelfern kannst du auf Nachhaltigkeit setzen. Glasbehälter halten länger als die Alternative aus Kunststoff, sind jedoch auch bruchanfälliger und um einiges schwerer. Auch stehen Kunststoffbehälter im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Denn der hoch umstrittene Weichmacher Phthalat wird noch immer für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff eingesetzt. Glas ist dagegen geruchs- und geschmacksneutral und vollkommen unbedenklich. Zudem hilfst du so, wichtige Ressourcen zu sparen, denn beim Einschmelzen von altem Glas ist viel weniger Energie erforderlich. Als leichtere Alternativen für Brotdosen oder Mittagessen-Behälter eignen sich Brotdosen aus Metall oder Metallschüsseln mit Deckel. So musst du nicht auf Einwegmöglichkeiten wie Frischhaltefolie, Aluminiumfolie oder Butterbrottüten zurückgreifen.

Einweckgläser für Nachhaltigkeit in der Küche

Greife bei Materialien der Küchenhelfer auf Holz oder Bambus zurück. Letzteres ist ein robuster, schnell nachwachsender Rohstoff, der die Umwelt kaum belastet. Das Gleiche gilt für Holz, das aus heimischem Anbau stammt und nachhaltig bewirtschaftet wird. Achte auf die Hinweise der Hersteller.

Wie viel brauchst du wirklich?

Bevor du einen Großeinkauf mit Glasbehältern und Stoffbeuteln planst, frage dich, was du wirklich benötigst. Denn am nachhaltigsten handelst du, wenn du Gegenstände so lange wie möglich nutzt. Prüfe deine Küche also vor dem nächsten Einkauf darauf, ob du wirklich etwas Neues benötigst. Brauchst du wirklich drei Brotdosen und zwei Salatschüsseln? Wirf Gegenstände erst dann weg, wenn sie kaputt und nicht mehr zu reparieren sind. Gegenstände, die noch völlig in Ordnung sind, für die du aber keine Verwendung mehr hast, kannst du auf Online-Flohmärkten verkaufen oder verschenken. Frage auch bei Freunden oder Verwandten, ob er oder sie den Gegenstand gebrauchen könnte.

Mülltrennung

Nachhaltigkeit in der Küche endet nicht beim bewussten Einkauf. Auch bei der Entsorgung der Verpackung kannst du auf Nachhaltigkeit achten, indem du den Müll trennst. Für die leichtere Trennung bekommst du Mülleimer mit mehreren Fächern, in denen du den Restmüll von Müll für die gelbe Tonne und Glas trennen kannst. Sammle Papier und Pappe in einer separaten Kiste. Achte vor allem bei Papier darauf, dass wirklich nur das Papier in der Tonne landet, das wiederverwertet werden kann.

In die blaue Tonne gehören:

  • Papier, darunter auch Magazine, Zeitungen, Kataloge und Hochglanzpapier
  • Kartons und Verpackungen aus Pappse
  • Briefe und Briefumschläge
  • Eierkartons
  • Hefte und Bücher ohne Kunststoffeinband
  • Papiertüten und Papiertragetaschen

Dagegen NICHT in die blaue Tonne gehören

  • Getränkekartons, Pizzakartons und Verpackungen von Tiefkühlware
  • Aufkleber und Etiketten (unbedingt vorher von Versandkartons entfernen)
  • beschichtete oder imprägnierte/geleimte Papiere wie Butterbrotpapiere und Wachspapier und Kassenbons aus Thermopapier
  • Fotos
  • Hygienepapier wie Taschentücher oder Küchenkrepp
  • Papierkarten mit Magnetstreifen
  • Servietten
  • Tapeten

Hilf mit, wertvolle Rohstoffe zu recyclen, indem du Materialien für die gelbe Tone, Glas, Papier, Bio-Müll vom Restmüll trennst und alles in separaten Behältern sammelst.

Mülltrennung für Nachhaltigkeit in der Küche

Natur statt Chemiekeule im Hausputz

Auch bei deinem Hausputz kannst du auf Nachhaltigkeit im Haushalt setzen. Verwende spülbare Lappen, die du regelmäßig in der Maschine reinigen und somit wieder verwenden kannst. Küchenrollen solltest du, wenn möglich, aus deinem Haushalt verbannen. Denn Flecken und auch Kleckser lassen sich mit einem Baumwolltuch genauso gut aufwischen. Dieses landet jedoch nicht sofort wieder im Müll. Die Herstellung von Papier geht mit einem hohen Wasserverbrauch einher und erfordert viel Energie und Chemikalien. Wenn du auf Stoff zurückgreifst, vermeidest du eine unnötige Abholzung von Bäumen.

Auch bei deinen Reinigungsmitteln kannst du auf Hausmittel setzen, statt die Chemiekeulen der bekannten Marken zu kaufen. Natron und Essig helfen nicht nur beim Entkalken von Wasserkocher und Kaffeemaschine, sondern entfernen auch Haarreste aus dem Abfluss. Auf Webseiten wie frag-mutti.de findest du Alternativen zu deinen herkömmlichen Reinigungsmitteln.

 

Nachhaltige Küche – nachhaltige Küchenhersteller

Nachhaltigkeit in der Küche spielt auch beim Kauf der Möbel eine wichtige Rolle. Bist du auf der Suche nach neuen Küchenmöbeln, achte darauf, dass das verwendete Holz und die Lacke ökologisch zertifiziert sind. So kannst du sicher sein, dass sie unter strengen Auflagen hergestellt werden und in der Produktion deutlich weniger Wasser benötigt wird als in anderen Produktionen. Vergleichswerte zeigen, dass hier auch der Schadstoffausstoß deutlich geringer ist. Orientiere dich an Siegeln wie den PEFC- und FSC-Zertifizierungen, die belegen, dass nur Wald abgeholzt wurde, der nachhaltig bewirtschaftet und forstwirtschaftlich neu aufbereitet wird. So bleibt der Wald für die Tiere und Pflanzen als Lebensraum bestehen.

Viele namhafte Küchenhersteller wurden mit diesen Siegeln ausgezeichnet oder verdeutlichen auf ihrer Homepage ihr Umweltbewusstsein. Dazu gehören zum Beispiel:

  • LEICHT
  • nobilia
  • Häcker
  • Rotpunkt
  • zeyko
  • SieMatic
  • eggersmann
  • ewe Küchen

Tropische Hölzer, die in den Regenwäldern durch aggressiven Raubbau gewonnen werden, kommen dagegen bei zertifizierten Küchen nicht zum Einsatz. Nachhaltige Küchenhersteller verwenden für ihre Oberflächenversiegelung wasserbasierte Lacke und setzen bei der Verleimung der Werkstoffe auf lösemittel- und schadstofffreie Methoden, um die Ausdünstungen zu verringern und somit das Raumklima zu verbessern. Nachhaltigkeit in der Küche wird auch durch umweltfreundliche und stromsparende Geräte umgesetzt. Achte beim Kauf auf das Energielabel bzw. den Stromverbrauch. Die höchste Effizienz-Klasse ist A+++, mit der du am meisten Strom und damit auch Geld und Wasser sparst.

Zusammenfassung

Wir haben dir die wichtigsten Hinweise noch ein Mal zusammengefasst:

  • Getränke und Lebensmittel in Mehrweg- statt Einwegverpackungen
  • Loses Obst und Gemüse statt verpackte Lebensmittel
  • Kaufe regional und saisonal oder in Unverpacktläden ein
  • Nutze Stoffbeutel und Gemüsenetze statt Plastiktüten
  • Küchenbehälter und Helfer aus Glas, Metall oder Holz statt Kunststoff
  • Frage dich vor dem Kauf, ob du den Gegenstand wirklich benötigst
  • Trenne deinen Müll
  • Nutze spülbare Lappen statt einer Küchenrolle
  • Verwende Haushaltsmittel statt chemischen Produkten
  • Kaufe deine nächste Küche von einem nachhaltigen Küchenhersteller

Du siehst: Nachhaltigkeit in der Küche lässt sich vielfältig umsetzen. Fange mit kleinen Schritten an und ersetze kaputte Gegenstände gegen neue, nachhaltige Varianten. Achte bei deinem nächsten Einkauf auf unnötiges Verpackungsmaterial und trenne deinen Müll. So wird dein Haushalt in vielen kleinen Schritten nachhaltiger.

Und wenn jeder so nachhaltig ist, wie er kann, haben wir der Erde bereits einen großen Gefallen getan.



LETZTES UPDATE: 15.Juli 2020 von
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