10 Irrtümer rund um den Garten – wir klären auf

10 Irrtümer rund um den Garten Vorschau

Der liebe Garten ist der Stolz fast aller passionierten Gärtner. Während in der Stadt so mancher dem fehlenden Gartenparadies nachweint und sein Heil im Schrebergarten sucht, ist der Garten auf dem Lande beinahe ein Geburtsrecht. Über die Jahrhunderte haben sich in Sachen Gartenpflege und Begrifflichkeit ein paar Irrtümer eingeschlichen. Wir schieben die Schuld daran auf die Gerüchteküche unter Hobbygärtnern und machen uns daran ein paar Irrtümer rund um den Garten auszuräumen.

10 Irrtümer rund um den Garten Galerie1

1. Rasen möglichst abends gießen

Kein glasklarer, oder sagen wir mal ein nachvollziehbarer Irrtum. Der Boden kann das Wasser bei moderater Temperatur besser aufnehmen und speichern. Abends fallen zwar die Temperaturen, wirklich abgekühlt ist es zur Sommerzeit während Hitzeperioden aber erst in den Morgenstunden. Trotzdem ist es besser, am Abend zu gießen als mitten am Tag. Grund hierfür ist der Brennglaseffekt von Wassertropfen, der die Grasspitzen versengt und sie braun werden lässt. Von der optimalen Wasseraufnahme natürlich ganz zu schweigen.

2. Wenn ich samenfestes Saatgut verwende, bekomme ich eine sortenreine Pflanze

Dass du mit samenfestem Saatgut Kreuzungen vorbeugen kannst, ist ebenfalls eine Mär. Samenfestes Saatgut kann, wenn es fremdbestäubt wird, ebenfalls Verkreuzungen hervorbringen.

3. Die größte Vitamin-C-Bombe ist die Zitrone

Weder Limette, noch Zitrone oder Orange kommen auch nur in die Nähe des Vitamin-C-Olymps. Dort regieren Früchte wie die Australische Buschpflaume oder die Acerola. In unseren Gärten heimisch und mit viel Vitamin-C ausgestattet sind zum Beispiel Sanddorn und Hagebutten. Rosengärtner sind also ausreichend versorgt. Der Inhalt von Hagebutten eignet sich außerdem hervorragend als Juckpulver.

4. Hauswurz schützt vor Blitzeinschlag

Was wurde nicht schon alles über den Hauswurz gesagt. Verblüffend ist besonders diese angenommene Eigenschaft: Hauswurz auf dem Dach schützt vor Blitzeinschlag. Früher hieß es auf dem Land, er beruhige den Donnergott. Erstaunlich, dass die Geschichte sich bis heute gehalten und immer noch voller Überzeugung weitergereicht wird. Hauswurz ist sicherlich eine bemerkenswerte Pflanze. Vor Blitzen schützt sie allerdings nicht.

5. Für den Kompost braucht man Regenwürmer

Zugegeben Regenwürmer sind praktische Helfer: Sie recyceln unsere Abfälle für lau und erwirtschaften für den Gärtner wertvollen Kompost. Trotzdem musst du für deinen Kompost keine Sammelaktion starten und alle Regenwürmer des Gartens auf dem Kompost versammeln. Zum einen, weil nur der Kompostwurm hier wirklich hilft und zum anderen, weil Schnecken, Kellerasseln und Co. ähnliche Dienste verrichten.

6. Blätter fallen ab, Nadeln bleiben dran

Nadelbäume sind immergrün – auch das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Nur weil die Weihnachtstanne – oder Fichte im Winter noch Nadeln hat, heißt das noch lange nicht, dass alle Nadelbäume ihre Nadeln ganzjährig tragen. Man nehme nur die Lärche. Kaum kommt der Herbst, lässt nadelt sie den Boden voll.

7. Kaffee hilft gegen Schnecken

Das Verbrennen von Kaffeepulver mag helfen, sich vor unliebsamem Wespenbesuch zu schützen. Das Verstreuen von Kaffeepulver beeindruckt Schnecken allerdings leider nicht sonderlich. Hier musst du dir schon mit einem Schneckenzaun nachhelfen.

8. Rosen haben Dornen

Einer der Irrtümer rund um den Garten, der sich wohl ewig halten wird. Dornen sind spitz und stechen, Rosen stechen und haben Spitzen, ergo müssen Rosen Dornen haben. Leider geht diese Logik nicht auf. Nicht mal auf Dornröschen kann man sich berufen. Rosen haben Stacheln. Die sind auch spitz. Vorteil für dich: Stacheln brechen leichter ab und lassen sich deshalb besser entfernen.

9. Tomaten platzen vor Hitze

Wenn deine Tomaten im Sommer platzen, hat nicht die Temperatur Schuld. In diesem Fall ist nicht die Sonne der ursächliche Bösewicht. In erster Linie dürfte das Platzen auf eine unzureichende Bewässerung oder falsche Düngung zurückzuführen sein.

10. Für den eigenen Garten fehlt mir der grüne Daumen

In ein Einfamilienhaus ziehen kommt nicht in Frage, weil der dazugehörige Garten von dir nicht bewirtschaftet werden kann? Einfamilienhäuser sind zwar ökologisch gesehen ein Reinfall, mit dem Garten hat das aber nichts zu tun. Ob ein Garten Arbeit macht, kommt ganz darauf an, wie du ihn gestaltest. Stein und Moosgärten sind wunderschön und pflegeleicht. Für den Rest gibt es heute technische Hilfen bis zum Umfallen. Also ran ans Gartenglück!



LETZTES UPDATE: 16.Juli 2021 von
KATEGORIE: ,