Starkes Design von Philippe Starck

Die Ethik der Reduktion oder die Einrichtung des Menschen im gebauten Raum – mit diesen Schlagworten beschreibt der 1949 in Paris geborene Designer und Architekt Philippe Starck die Ergebnisse seiner Schaffenskraft. Was seine Kunst beflügelt, welchen Weg er in die Moderne gegangen ist und welchen Ausblick er für das Interior der Zukunft gibt, kannst du hier nachlesen.

 

Ein Designer, der sich im Leben einrichten kann

Philippe Starck war gefühlt stets am Puls der Zeit – und darüber hinaus. Er gewann als jüngster Designer Möbelwettbewerbe, produzierte als erster Innenarchitekt aufblasbare Möbel und setzte sich mit dem Prinzip der künstlerischen Massenproduktion auseinander.

Seine Philosophie: Geschmackvolle Inneneinrichtung abseits vom Mainstream entwerfen – aber mit Blickrichtung auf Fließbandware statt Einzelproduktion. Er steht damit vorbildlich für die Verbindung von expressiver Kunst mit monetären Interessen.

Design von Philippe Starck Galerie1

Quelle: ChinaImages/Depositphotos.com

Die weltweite Vielfalt des Philippe Starck

Objekte, Gebäude, Gegenstände, Fortbewegungsmittel: Vom Architekturwunder bis zur Zitronenpresse hat Philippe Starck über 10.000 Elemente in Gestaltungen eingefügt oder selbst entworfen. Seine Bekanntheit erreichte ihren Höhepunkt, als er 1982 die Privaträume des damaligen französischen Ministerpräsidenten Francois Mitterand einrichtete. Philippe Starck hätte sich auf diesem Ruf ausruhen und den Beruf des Innenarchitekten zum Kern seiner Arbeit machen können. Aber wie auch bei seinen Entwürfen, so gab er sich auch im Leben nie mit einer simplen Lösung zufrieden. Gebäude, die er zum Beispiel in Japan und auf Mallorca realisierte, verschafften ihm den Ruf des Exzentrikers, der Form vor Funktionalität setzt.

Weniger ist mehr?

Der Designer selbst betont stetig seine Idee, alles Überflüssige aus seinen Werken zu entfernen. Er will Objekte entwerfen, die ohne jegliche Dekoration auskommen.

Wer sich näher mit ihm beschäftigt, erkennt aber, dass er durch die Reduktion eine gänzlich neue Form von Design ermöglicht: Die Kunst des funktionalen Zustands. Manchmal bleibt paradoxerweise dabei aber auch gerade die Funktion auf der Strecke. Im Zuge der heutigen Designbewegung entfachen seine alten und neuen Werke immer wieder die Diskussion, ob und wenn ja, wieviel Mehrwert Kunst im Alltag haben muss.

Zeitloser Zeitgeist

Philippe Starck lässt es selten lange still um sich werden. Er übt sich immer nur so lange in Zurückhaltung, bis das Medienecho bei seiner Rückkehr wieder groß genug zur Vermarktung wäre. So ähnlich geht er auch mit seinen Werken um: Auf aufsehenerregende, im Alltag unpraktische Tools folgen sachlich-klare Entwürfe zu Fertigreihenhäusern. Selbst wenn Philippe Starck also dem Geschmack vorauseilt, gibt er der Welt Zeit, um ihn einzuholen.

Eines ist jedoch sicher: Ein Philippe Starck geht nie zurück. Was ihn und seine Entwürfe so mittelbar macht, ist seine Fähigkeit, sich stets mit anderen großen Visionären zu verbinden. So entwarf er zum Beispiel die Yacht für den verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs und arbeitete an Modellen für innovative Elektrofahrzeuge.

Die Jagd nach der Moderne

Es gibt Designklassiker, die jegliche Wendungen der Mode überdauern. Die Handschrift von Philippe Starck ist mehr als das. Sie steht über den Strömungen des Zeitgeistes oder gestaltet diese mit. „Ein echter Philippe Starck“ ist ein Objekt, dass für sich selbst steht. Dabei ist er unverwechselbar ist, selbst wenn es als Massenware daherkommt. Er spielt auch heute auf allen Plätzen mit, die den Alltag mit Design begleiten. Nicht selten löst er dadurch regelmäßig kleine Renaissancen in den Szenen aus. Erst 2019 überraschte Philippe Starck mit der Ankündigung, Stühle zu entwerfen, die künstliche Intelligenz in das Leben von Menschen integrieren sollen.

Philippe Starck steht für nachhaltiges Design

Nicht nur künstlerisch, auch gesellschaftspolitisch bewegt sich Philippe Starck in der Reihe der Vorreiter. Ob es Hamburg oder München ist – in keiner Metropole kommt man derzeit an seinen Projektankündigen neuer Produkte vorbei. Diese werden klimaneutral produziert und leisten durch Wiederverwertung von Industrieabfällen einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil. Philippe Starck nutzt gewissenhaft die Aufmerksamkeit, die seine Kunst schafft, um das Leben der Menschen zu gestalten- sowohl durch futuristisches Wohnen als auch durch umweltbewusstes Denken.



LETZTES UPDATE: 1.Dezember 2020 von