„Romancing the Balcony“ – warum Balkone magische Ort sind

Romancing the Balcony Vorschau

An „Romancing the Balcony“ zeigt sich, wie die Pandemie unseren Umgang mit Wohnraum verändert. Unsere Radien wurden kleiner und die zu Hause verbrachte Zeit nahm sprunghaft zu. Natürlich kann sich das wie ein Verlust der Freiheit anfühlen, die damit einhergeht, sich bedenkenlos durch die Welt bewegen zu können. So bedauernswert das sein mag und so erstrebenswert es ist, diesen Zustand wiederzuerlangen: Rücksicht und soziale Verantwortung bedeuten zurzeit, dieses Bedürfnis zurückzustellen. Erlangt wird dies durch Einschränkung auf der einen und Anpassung auf der anderen Seite. Während Einschränkung allein eher Unzufriedenheit hervorruft, ist es die Anpassung, die es dir erlaubt, Neues zu entdecken und wertzuschätzen. Unsere wiederemporkeimende Freude, den Balkon viel und facettenreich zu nutzen, ist eine dieser Anpassungen. Sie erlauben es dir, Schönes im Unheil zu finden.

Romancing the Balcony Galerie1

Was ist „Romancing the Balcony“?

In „Romancing the Balcony“ drückt sich eine veränderte Haltung gegenüber dem Wohnbereich aus, den wir vorher oftmals als nette Beigabe oder gar Selbstverständlichkeit sahen – dem Balkon. Der Balkon als nette Dreingabe war ein Ort, der so genutzt wurde, wie die Perspektive es vermuten lässt. Ab und zu verbrachte man ein paar sonnige Stunden auf ihm, rauchte eine Zigarette oder goss die wenigen Balkonpflanzen, die die Konvention vorsah. Mit dem Fortlauf der Pandemie scheint sich die Beziehung zu unseren Balkonen zu wandeln. Mit dem Rückzug ins Private wird der für viele Städter einzige eigene, intime Lebensraum im Außen zurück ins Rampenlicht gerückt. Ein neues Bewusstsein entsteht. Der Balkon wird wieder als reizvoll und begehrenswert anerkannt und dementsprechend gestaltet und genutzt.

Rückzug auf den Balkon – eine natürliche Anpassung an neue Lebensverhältnisse?

Wenn deine Freundinnen im letzten Sommer kübelweise Blumenerde und Saatmischungen geschleppt haben, um üppige Balkonbeete anzulegen, ging das wahrscheinlich nicht nur allein auf eine neuentdeckte Liebe für Basilikum und Co zurück. Je mehr das Innen, das Private der Wohnung durch die Pandemie in den Vordergrund rückte, desto größer wurde das Verlangen, einen Teil der Lebensqualität des Außen ins Innen zu verlagern. Zwar war es erlaubt, sich draußen zumindest alleine frei zu bewegen. Das soziale Leben spielte sich dennoch weniger als sonst in den Straßencafés und den Parks ab. Vor allem für Städter hieß das, die Natur der Stadtparks auf den Balkon zu holen. In Zeiten sorgenvoller Zwangspausen bedeutete die grüne Balkongestaltung entspannende Produktivität an der frischen Luft. Der Balkon ersetzt uns so gut als möglich Stunden beruhigender Leichtigkeit sonnend im Park. Die neue Faszination am Balkon bedingt sich ein Stück weit in eben dieser Leichtigkeit, die er allein durch seine Lage erlangt.

„Romancing the Balcony“ – Der Zauber des Balkons

Der Balkon ist ein Zwischenort. Er liegt außerhalb der Wohnung und ist doch kein Teil der Straße: ziemlich privat und doch nicht ganz abgeschottet. Durch seine Lage koppelt er sich vom in der Wohnung herrschenden Geist des Alltags mit seinen Zwängen und Verpflichtungen ab. Gleichzeitig entzieht er sich der Unruhe der Geschäftigkeit des Stadtlebens. Aus dieser Blase kannst du auf den hektischen Stadtalltag herunterblicken. Du bist stiller Teilhaber des urbanen Lebens. Ohne seinen Stress in dich aufzunehmen, empfindest du eine Zugehörigkeit zu diesem wuselnden sozialen Organismus. Wahlweise wandert dein Blick nach oben gen Himmel, unbegrenzt von Wänden und Decken.

Die Wiederentdeckung unserer Wertschätzung für den Balkon liegt an seiner einzigartigen Eigenschaft, die Sicherheit und Intimität der eigenen vier Wände mit der Zugehörigkeit zur Außenwelt und einem Freiheitsempfinden zu vereinbaren. Der Balkon wird wieder zu einem zentraleren Ort in unserem Leben – zurecht!



LETZTES UPDATE: 4.Februar 2021 von
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