Kinder aufräumen lassen? – Mit diesen 9 Regeln funktioniert’s!

Aufraeumen mit Kindern Vorschau

Kinder zum Aufräumen zu animieren, gehört wohl zu den lästigeren Elternpflichten. Manche der Sprösslinge fühlen sich gar im Chaos am wohlsten und finden den Ordnungswahn der Eltern unbegreiflich. Ganz hoffnungslos ist der Wunsch nach einem aufgeräumten Kinderzimmer trotzdem nicht: Wir erklären, welche Regeln sich für das Aufräumen mit Kindern anbieten, aber auch, was die Pflichten erwachsener Kinder im Haushalt sind.

 

1. Verstehen, wie Kinder aufräumen

Etwa im Alter von zwei Jahren beginnen die meisten Kinder, sich für das elterliche Aufräumen zu interessieren und wollen unbedingt helfen. Als Elternteil ist das deine Chance. Nutze ihr Interesse und ihre Bestrebungen, dich nachzuahmen. Gib ihnen kleine Aufgaben, lass sie helfen und lebe ihnen von Anfang an das Prinzip der Ordnung vor.

Im Vorschulalter wissen die meisten Kinder, wie Aufräumen geht. Deine Strukturen imitieren werden sie aber trotzdem nicht zwangsläufig. Stattdessen wollen Fünf- bis Sechsjährige ihr eigenes Konzept entwickeln und sich selbst überlegen, was wo hingehört. Das solltest du nicht unterbinden, denn für die Selbstständigkeit ist es wichtig, eigene Systematiken zu entwickeln. Sollten sie dabei größeres Chaos anrichten, greife zwar ein, gestalte deine Hilfe jedoch zurückhaltend.

Aufraeumen mit Kindern galerie1

2. Klare Anweisungen geben

Der Satz, „Räum dein Zimmer auf“, klingt für die meisten Erwachsenen schon nach einer klaren Anweisung. Gerade jüngere Kinder sind damit jedoch überfordert und benötigen einen genauen Plan in kleinen Schritten. Benenne daher konkrete Dinge, die deine Kinder aufräumen sollen, wie zum Beispiel „Leg die Autos in die Kiste“ oder „Pack die Stifte in die Schachtel“. Ist eine Aufgabe erledigt, kann die nächste folgen.

Ebenso wichtig wie klare Anweisungen ist das Timing. Am besten wird immer zur selben Zeit aufgeräumt oder die Aktion zumindest vorher angekündigt. Überrumpelst du dein Kind, fördert das nur die Unlust.

3. Gemeinsames Aufräumen ist besseres Aufräumen

Kleinkinder benötigen dich zum Aufräumen auf jeden Fall, da sie lernen, indem sie dir zuschauen und dich nachahmen. Im Kindergarten- und Schulalter kannst du deinem Kind dann eigene Aufgaben übertragen. Doch auch ihnen fällt die Arbeit leichter, wenn jemand dabei ist.

Bei einem Kleinkind hilft es, wenn du deine Aktionen erklärst: „Schau, ich lege die Puppe in das Puppenhaus“. Ältere Kinder werden sich freuen, wenn ihr stattdessen Entscheidungen gemeinsam trefft: Gehört der Pullover in die Wäsche oder in den Kleiderschrank? Liest du dieses Buch noch oder kann es zurück in das Regal?

4. Kinder und Aufräumen: wertschätzen, aber nicht übertrieben loben

Kinder sollten deshalb aufräumen, weil sie begriffen haben, dass es ihr Leben erleichtert und nicht, weil sie auf einen Lohn hoffen. Locke sie deshalb nicht mit Versprechungen. Im Umkehrschluss sollte das Aufräumen nicht als Strafe angewandt werden. Sie sorgt für Trotz und das Prinzip Ordnung könnte dauerhaft negativ konnotiert werden.

Während Geschenke zu viel sind, ist eine Rückmeldung jedoch durchaus angebracht. Übertriebenes Lob nach jedem Aufräumen ist zwar nicht nötig, denn die Kinder sollten Aufräumen als selbstverständlich verstehen. Wer aber selbst und ohne Aufforderung die Initiative ergreift und sein Spielzeug wegräumt, verdient auf jeden Fall nette Worte.

5. Ein sinnvolles Aufbewahrungssystem einrichten

Kindern fällt das Aufräumen am leichtesten, wenn sie genau wissen, was wo hingehört. Für die Jüngsten kannst du zum Beispiel Fotos an die Kisten oder Schubladen kleben, damit das Sortieren einfacher ist. Später bieten sich einfache Beschriftungen wie „Autos“ oder „Lego“ auf den Boxen an. Die Behälter, in die deine Kinder ihre Spielsachen räumen sollen, müssen sich natürlich immer in Griffhöhe befinden.

Tipp: Zu kleinteiliges und penibles Sortieren kann deine Kinder nerven. Fünf große Kisten sind besser als zwanzig kleine.

6. Zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden

Beim Spielen breiten sich Kinder oft auf großem Raum aus – und diese Möglichkeit brauchen sie auch. Als Elternteil darfst du dich davon natürlich gestört fühlen, solltest aber trotzdem einen Blick dafür bewahren, was dein Kind geschaffen hat. Wenn dein Kind den ganzen Tag an einem Bauwerk gesessen hat, ist seine Wut berechtigt, wenn du es zwingst, das Gebäude wieder einzureißen. Versuche deshalb genau zu differenzieren: Was darf bleiben, solange noch damit gespielt wird und was ist bloße Unordnung?

7. Konsequenz zeigen, aber nicht eingreifen

Vor allem im Grundschulalter beruht das Aufräumen auf Absprachen. Wenn die Kinder sich an die Vereinbarungen nicht halten, fordert das natürlich eine Konsequenz. Das bedeutet jedoch nicht, dass du die Spielsachen eigenhändig in die Schubladen räumst. Für das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem Kind ist das nicht förderlich.

Bestehe stattdessen darauf, dass deine Kinder aufräumen. Sie müssen die Ordnung als ihre eigene Aufgabe verstehen – und sie müssen den Zweck begreifen. Erkläre deshalb, wieso es auch ihnen wichtig sein sollte: „Fast wäre ich auf dein Auto getreten. Räum es lieber in die Kiste, bevor es noch kaputtgeht.“

8. Pubertierende müssen selbständig bleiben

In der Pubertät lernt dein Kind, wie es eigene Strukturen in seinem Leben schafft. Es will sich ausprobieren und von den Eltern abgrenzen – und von der Ordnung. Zwar solltest du den Kindern diese Entwicklungsmöglichkeiten unbedingt lassen. Du darfst aber trotzdem auf ein Minimum an Struktur bestehen: In gemeinsam genutzten Räumen wie Küche und Bad gelten nach wie vor die gemeinsamen Regeln. Zudem hat der Teenager notwendige Pflichten wie das Lüften seines Zimmers oder das Abliefern seiner Wäsche in der Waschmaschine.

9. Die Pflichten erwachsener Kinder im Haushalt

Der Paragraph 1619 BGB beschäftigt sich unter anderem mit den Pflichten erwachsener Kinder im Haushalt. Er klärt darüber auf, dass dein Kind dazu verpflichtet ist, dir im Haushalt „Dienste zu leisten“, solange es bei dir lebt. Diese Dienste variieren je nach den Fähigkeiten und dem Alter deines Kindes. Schulkinder können also den Müll herausbringen, abwaschen und den Tisch decken, während die Pflichten erwachsener Kinder im Haushalt laut 1619 BGB deutlich vielfältiger sein dürfen.

Fazit: Wie lernen Kinder das Aufräumen?

Damit die Kinder das Aufräumen lernen, solltest du ihnen das Prinzip von Anfang an vorleben. Beziehe sie in Entscheidungen ein, erkläre ihnen den Zweck der Ordnung und richte ein verständliches Aufbewahrungssystem im Kinderzimmer ein.

Wie Kinder aufräumen, variiert je nach Alter. Kleine Kinder benötigen noch viel Hilfe, klare Anweisungen und gemeinsame Arbeit. Bei Grundschülern beruht das Aufräumen auf Absprachen und Vereinbarungen, während Jugendliche die Ordnung als eigene Sache betrachten sollten. Der Paragraph 1619 BGB regelt, dass die Pflichten erwachsener Kinder im Haushalt von ihren Kräften und Fähigkeiten abhängig sind.



LETZTES UPDATE: 25.Januar 2021 von
KATEGORIE: